Kategorie: Social Media

Facebook bekämpft Grausamkeit im Netz

Facebook

Facebook will die Zahl der Mitarbeiter, die sich in Deutschland um die Löschung von problematischen Inhalten kümmern, extrem ausweiten.

Zu diesem Zweck wird in Essen ein zweites Löschzentrum für 500 Mitarbeiter eingerichtet. Auch in Berlin wird die Zahl der Mitarbeiter der Bertelsmann-Dienstleistungsfirma Arvato auf 700 erhöht, die sich dort um die Kontrolle der Inhalte kümmert. Hintergrund ist das Netzwerkdurchsetzungsgesetz, das Betreiber von Plattformen im Internet verpflichtet, strafbare Inhalte schneller zu löschen.

Das neue Zentrum in Essen soll nicht von Arvato betrieben werden, sondern dem europäischen Anbieter Competence Call Center. Auf der ganzen Welt will Facebook die Zahl der Mitarbeiter, die Inhalte prüfen und löschen, von 4500 auf 7500 ausbauen. Für Neuzugänge gibt es zunächst eine Woche Orientierung, dann ein mehrwöchiges Prozesstraining für bestimmte Tätigkeiten, erklärt Facebook-Manager Walter Hafner. Bevor jemand in einen neuen Bereich wechsele, laufe er erst einmal probeweise mit, „Shadowing“ heißt das hier, abgeleitet vom Wort Schatten.

Obwohl Kinderpornos, Tierquälerei und Mord immer mehr an Verbreitung im Internet gewinnen, bemängeln Kritiker – auch aus der Internet-Branche, dass mit Löschungen die Unternehmen eine Deutungshoheit bekommen. Außerdem gebe es die Gefahr, dass mehr gelöscht werde als nötig, um vor nach dem Gesetz drohenden Geldstrafen sicher zu sein.